Kraftrad meets Hafeneger-Cup 2.0 – Jetzt erst Recht

Vergangenes Jahr wollte ich eigentlich nur mal antesten wie es in einer (Hobby)Rennserie ist zu fahren. Motiviert durch meinen Freund und Mopsi-Racing-Team-Kollegen Guido – alias OdenwäldeRR – ging es also bis auf die Lausitz zu jedem Rennen. Wie gesagt, maximal eine Saison hatte ich geplant, denn so wirklich günstig ist dieser Sport auch nicht, wenn man mal eine Gesamtkalkulation erstellt (wollt ich eigentlich hier aufstellen, lieber nicht!). OdenwäldeRR, dessen Nickname noch aus Zeiten stammt, als bei ihm eine Fireblade in der Garage glänzte und er seine ersten Rennstreckenrunden damit zurücklegte, überschlug mal Kosten zwischen 600 und 700 Euro pro Renntag.

 

Das Renngerät für 2018

Tja und dann gab auch noch beim vorletzten Event in Most mein Camel auf, sodass ich zum Saisonfinale mit meiner Straßen-Fireblade antreten musste. Also ging es über´n Winter erst mal drum, eine neue Fireblade auf meine Bedürfnisse aufzubauen, oder doch das Camel wieder fit zu bekommen. Zweiteres gelang dank der Hilfe von Jens Holzhauer und seinem HRP-Team der meiner 40.000 Kilometer alten 2008er Fireblade mit Teilen aus seinem Lager neues Leben einhauchte. Denn es gab wohl die Kurbelwelle und vor allem jeder Zahn des Primärantriebes auf!

Meine von HRP optimierte Honda CBR1000RR Fireblade aus 2008

Die Folgen eines lange Winters

Nachdem Jens mir mitteilte, dass das Camel bald wieder flitzen könne, reifte über die kalte Jahreszeit der Entschluss, doch noch eine weitere Saison Cup zu fahren, auch wenn ich fahrerisch und leistungstechnisch – trotz der HRP-Wellnesskur – kaum um vordere Plätze mitfahren werden könne. Entscheidender war für mich, dass ich hier sehr viele nette Leute kennenlernen durfte und sich eine tolle Truppe bildete die einem jeder Zeit zur Seite stand. Und da ich hin und wieder alleine am Rennwochenende sein werde, tut es gut zu wissen, dass Leute dabei sind die einem in Not unterstützen – und sowas kann schnell mal passieren. Also angemeldet für die Cup-Saison 2018. Was macht mein OdenwäldeRR der auch nur einmal wollte? Meldet sich doch glatt auch wieder an. Also 1 zu 1 im Überzeugungsduell.

Vor dem ersten Rollout mit Mopsi-Racer OdenwäldeRR – „Viel Glück 2018“

Wohl die Besten Wetteraussichten ever

So ging es also technisch Top vorbereitet Mitte April wieder an den westlich von Brünn gelegene Automotodrom Brno nach Tschechien. Wetteraussichten waren diesmal so gut wie glaub noch nie zu dieser Zeit. Auf dem Programm standen 3 Tage Training mit 2 Rennen. Etwas Respekt sowie ein mulmiges Gefühl hatte ich zu Beginn, denn mein erstes Cup-Rennen konnte ich 2017 hier nicht bestreiten, flog ich doch am frühen Samstag im Eingang der Start-Ziel-Gerade ordentlich mit einem Highsider ab und wachte erst wieder im Medical-Center auf. Erinnerungen an den Abflug und die Minuten davor hatte ich bis heute nicht, und sie kamen auch nicht zurück beim ersten Training – auch irgendwie gut so.

So tolles Wetter gab es Mitte April hier glaub auch noch nie

Mit Fernberatung zur Fahrwerksoptimierung

Erstes Training? Leider fielen die ersten beiden Turns aus bzw. ließen wir ausfallen, hatte es doch über Nacht so stark geregnet und gewittert, dass die Strecke in einigen Bereichen noch ordentlich nass war. Also ging es erst vor der Mittagspause auf die ersten fliegenden Runden.

Leider passte aber so einiges nicht an meinem Fahrwerk, welches im Winter auch nochmals komplett revidiert und optimiert wurde. Ich konnte in Schräglage irgendwie machen was ich wollte, dass Camel wollte einfach nicht nach innen auf eine enge Linie gehen und zwang mich abermals zu größeren Radien. Schob ich es zu Beginn auf meine noch im Vorjahr angefahrenen und gebrauchten Reifen, wurde es im letzten Turn mit neueren Pneus auch nicht besser. Im Gegenteil, je mehr ich es wollte, umso schwieriger war es die Linie zu halten.

Also WhatsApp an Jens Holzhauer, der sich quasi sofort meldete und ich ihm mein Empfinden erläuterte. Jens, ganz cool und lässig: „Nimm was zum Schreiben! Dein Bike muss hinten hoch und vorne mehr Preload drauf. Du bist einfach zu schwer!“ Also, Anweisungen in die Tat umsetzten und auf Tag 2 hoffen. Bevor wir aber in den Feierabend gehen konnten, stand noch ein Programmpunkt aus – Fototermin mit allen Cupis und das sind dieses Jahr ganze 51 gemeldete.

Starkes Fahrerfeld 2018

Der nächste Morgen startete wieder etwas verhalten, hatte es doch in der Nacht kurz geregnet und so war die Strecke trotz mächtig Sonneneinstrahlung noch nass an einigen Punkten. Das sorgte für etwas Stress, muss man doch seit diesem Jahr in den 3 ersten Turns am Rennsamstag seine Qualifikationszeit rauspressen. So ging es also im 2.Turn mächtig zur Sache.

Und hier kam dann auch die erste Ernüchterung, denn die eh bereits geringen Chancen auf Punkte in dieser Saison, wurden durch das brutal schnelle Fahrerfeld nicht besser. 2018 sind mal richtig schnelle Jungs am Start, die zum Beispiel mit einer 600er eine 2:06 in den Asphalt brannten. Aber irgendwie finde ich es auch wieder gut, denn nur durch diese Anspannung und der Gelegenheit diesen schnellen Jungs zu folgen, lernt man für sich selbst etwas.

Das 1000er Fahrerfeld beim Hafeneger-Cup 2018

Beste Honda im Feld

Meine Zeiten waren nun zwar deutlich besser als noch am Freitag, doch an die super Zeit die ich vergangenes Jahr bei einer Runde hinter Madox #293 brachte, kam ich bei weitem nicht ran. So war es mir wichtiger die neue Leistungscharakteristik und Fahrwerksabstimmung zu verstehen und für mich zu nutzen zu lernen.

Beide Rennen verliefen dann auch erwartungsgemäß im hinteren Feld. Im ersten kämpfte ich noch verbissen mit Lars #582, der immer wieder klug die Linie blockte wo ich schnell unterwegs war. Im zweiten Rennen hatte ich dann am Start etwas Pech bzw. wählte die falsche Linie und wurde am Ende der Start-Ziel regelrecht eingeklemmt, sodass es erst mal nach hinten im Feld ging. Nur diesmal zögerte ich nicht so lange wie noch im ersten Lauf und kam recht schnell wieder vor und machte sogar noch 2 Positionen gut.

1.Rennen – hier noch hinter einer von 5 Fireblades im Feld…..eine Runde später war das Thema erledigt

Einfach tolle 3 Tage

Am Sonntagabend ging es dann auch gleich nach dem Rennen in Richtung Heimat mit der Erkenntnis, dass dieses Jahr mächtig schnelle Jungs am Start sind, die Mehrleistung meines Camels erst noch gewinnbringend umgesetzt werden muss, es schön ist mit meinem Kumpel OdenwäldeRR, seiner „Cheffin“ und meiner StreetSUS unterwegs zu sein, es sich gleich beim ersten Event schöne Bekanntschaften ergaben und man viel Spaß mit allen hatte. Last but not Least, die Motivation trotz des großen Starterfeldes noch größer ist als letztes Jahr und ich jetzt erst recht mindestens einen Punkt holen möchte.

Bilder: Rainer Friedmann ‚Kraftrad‘, René Unger (Racepixx)

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