Honda Africa Twin 2027 – Drei Varianten, zwei Favoriten!

Die neue Honda CRF1150L Africa Twin war für mich eines der großen Highlights der EICMA 2026! Mehr Hubraum, mehr Leistung, jede Menge neue Technik und erstmals drei unterschiedliche Varianten. Bei der exklusiven Honda-Präsentation in Mailand hatte ich außerdem die Gelegenheit, ausführlich mit Shota Suzuki, dem verantwortlichen Chefentwickler der neuen Africa Twin, zu sprechen. Dabei ging es nicht nur um technische Details, sondern auch um die Philosophie hinter den neuen Modellen. Und eines kann ich schon verraten: Honda hat mein Haben-will-Gen gleich zweimal geweckt!

Honda Africa Twin 1150 – Drei Charaktere und eine große Leidenschaft

Honda hat das Konzept der Africa Twin umfassend weiterentwickelt und bietet die neue CRF1150L gleich in drei Varianten an: Standard, Adventure Sports und die neue Enduro Sports. Optisch finde ich die neue Generation ausgesprochen gelungen. Die Front, die Scheinwerfer und die gesamte Linienführung wirken moderner, ohne die unverwechselbare Africa-Twin-Optik zu verlieren. Und dann diese wunderschöne matte Sandlackierung! Für mich ein absoluter Traum. Die Farbe passt perfekt zum Charakter der Africa Twin und unterstreicht ihre Abenteuer-Gene. Da könnte ich wirklich schwach werden! Auch die klassische HRC-Farbgebung hat ihren Reiz, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es ganz klar die matte Sandfarbe!

Mega Farbe, leider nur auf der Standard, für die Honda Africa Twin – Mat Sandstorm Beige

Bei der Sitzprobe fühlte ich mich sofort zu Hause. Mit meinen 1,93 Metern Körpergröße war die Ergonomie schon bei der bisherigen Africa Twin hervorragend. Daran hat sich nichts geändert. Endlich zeitgemäß ist dagegen das neue Cockpit. Das bisherige Display war für mich nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Jetzt bietet Honda ein modernes Bedienkonzept mit umfangreichen Funktionen und deutlich verbesserter Smartphone-Integration.

Dazu gibt es etwas mehr Leistung. Der neue 1.131-Kubik-Zweizylinder leistet 119 PS und liefert 119 Nm Drehmoment. Schön, nimmt man gerne mit! Aber ganz ehrlich: Für ein solches Motorrad reicht das vollkommen aus. Auch bei der Ausstattung hat Honda ordentlich nachgelegt. Elektrisch einstellbare Windscheibe, moderne Fahrwerkstechnik, Heizgriffe und sogar eine optionale Sitzheizung. Gerade für ausgedehnte Touren sind solche Dinge durchaus willkommen.

Was der Africa-Twin-Chefentwickler im exklusiven Interview verraten hat

Besonders spannend wurde es für mich beim ausführlichen Gespräch mit Shota Suzuki, dem verantwortlichen Large Project Leader (LPL) der neuen Honda Africa Twin. Suzuki ist bereits seit 2003 bei Honda tätig und hat die Entwicklung der Africa Twin über mehrere Modellgenerationen hinweg begleitet. Entsprechend interessant waren seine Einblicke in die Entstehung der neuen CRF1150L, die Honda erstmals in drei unterschiedlichen Varianten anbietet.

Ein wichtiger Punkt unserer Unterhaltung war das Gewicht. Hier hätte ich mir durchaus noch etwas mehr Konsequenz gewünscht. Suzuki erläuterte allerdings, wie aufwendig es ist, moderne Elektronik, umfangreiche Ausstattung und gleichzeitig geringes Gewicht miteinander zu vereinen. Irgendwann steht der technische Aufwand eben nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis zum Preis.

Im Gespräch mit dem Projektleiter der Africa Twin – Shota Suzuki

Besonders interessant ist der neu gestaltete, aufgeteilte Kraftstofftank. Durch die geänderte Gewichtsverteilung soll der Schwerpunkt niedriger liegen und das Motorrad trotz seiner Größe leichter beherrschbar sein. Für Suzuki war diese technische Lösung eine der größten Herausforderungen des Projekts und zugleich etwas, worauf er besonders stolz ist. Denn es ging Honda nicht nur darum, weitere elektronische Helfer einzubauen, sondern die Fahreigenschaften durch konstruktive Veränderungen spürbar zu verbessern.

Auch das Getriebethema haben wir angesprochen. Honda hält weiterhin am bewährten DCT fest. Ein System, das längst seine Berechtigung hat und bei den Kunden sehr gut ankommt. Gerade in Verbindung mit dem neuen Honda SENSING RIDE, einem radarunterstützten Assistenzsystem für die Adventure Sports DCT, ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten. Trotzdem hätte ich mir auch eine E-Clutch-Version vorstellen können. Schon bei meinem damaligen Transalp-Test kam mir dieser Gedanke. Suzuki erklärte jedoch, dass für Honda besonders der vollautomatische Fahrkomfort und die Zusammenarbeit von DCT und den neuen Assistenzsystemen entscheidende Vorteile darstellen.

Enduro Sports – Dakar-Gene, aber jede Menge Spaß auf Asphalt?

Eine der spannendsten Neuheiten ist für mich die neue Africa Twin Enduro Sports. Natürlich wurde sie mit Blick auf anspruchsvollen Geländeeinsatz entwickelt. Aber mal ganz ehrlich: Wie viele ihrer zukünftigen Besitzer werden damit tatsächlich durch die Sahara fahren oder gar die Dakar bestreiten? Vermutlich die wenigsten!

Und genau deshalb habe ich Shota Suzuki im exklusiven Interview eine ganz andere Frage gestellt: Was wäre, wenn ich die Enduro Sports ausschließlich auf der Straße bewegen möchte? Seine Reaktion? Ein breites Lächeln! Und seine Antwort ließ keinen Zweifel daran, dass auch der sportliche Straßeneinsatz richtig viel Spaß machen kann.

Da hatte ich sofort Bilder im Kopf: Ein Satz vernünftiger Straßenreifen, wenig Gepäck, vielleicht sogar der Einteiler – und dann ab auf die kurvigen Landstraßen und Alpenpässe! Denn warum sollte ein Motorrad, das für anspruchsvolles Gelände entwickelt wurde, nicht auch auf Asphalt ein richtig unterhaltsames Spaßgerät sein?

Die Dakar dürfen gerne die anderen fahren! Ich würde der Enduro Sports erst einmal einen Satz richtig guter Straßenreifen spendieren, den Einteiler anziehen und dann ab zum Pässeräubern! Und genau das möchte ich unbedingt ausprobieren!

Honda Africa Twin Enduro Sports – die kann wohl nicht nur Dreck

Mein Fazit – Gleich zweimal „Haben will“!

Was soll ich sagen? Honda hat mit der neuen Africa Twin mein Haben-will-Gen ganz gewaltig geweckt! Und das leider nicht nur bei einem Motorrad, sondern gleich bei zwei Varianten!

Die Adventure Sports wäre für mich weiterhin die erste Wahl für große Touren und Reisen. Draufsetzen, wohlfühlen, Gepäck drauf und einfach losfahren. Genau dafür liebe ich die Africa Twin schon heute. Mit der neuen Technik, dem modernen Cockpit und dem überarbeiteten Motor ist sie für mich nochmals interessanter geworden.

Aber dann steht da eben auch noch die Enduro Sports, die mich mit ihrem sportlichen Konzept und dem Potenzial für jede Menge Kurvenspaß auf der Straße unglaublich reizt. Zwei völlig unterschiedliche Einsatzgebiete, aber beide verdammt attraktiv!

Honda hat da wirklich etwas richtig Gutes auf die Räder gestellt. Jetzt müsste ich mich eigentlich nur noch entscheiden, welche der beiden zuerst in meine Garage dürfte. Wobei mich Honda hier echt quälen will! Meine heiß geliebte matte Sandlackierung gibt’s ausgerechnet nur für die Standard! Na toll – zwei Motorräder auf der Haben-will-Liste und keines davon in meiner Wunschfarbe!

Vollausgestattete Honda Africa Twin Adventure Sports – bereit für´s große Abenteuer

Noch mehr von der EICMA 2026

Neben der neuen Africa Twin haben mich in Mailand besonders die neue Fireblade und das spektakuläre V4-Superbike von CFMOTO begeistert. Alle meine Eindrücke, Highlights und weiteren Herstellerberichte findet Ihr in meinem großen EICMA-2026-Messebericht.

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