Luftiges Köpfchen – der X-lite X-803

Seit nunmehr 5 Jahren ist der X-lite X-802 und seine überarbeiten Versionen bis hin zum RR auf den Köpfen vieler Profis und Hobbyracern. Auch mich begleitet er von jeher auf der Rennstrecke und bei Touren durch die Berge oder auf Landstraßenrunden. Im April 2017 bewies er bei einem heftigen Aufschlag in Brünn eingangs Start/Ziel, dass er nicht nur toll aussehen kann, sondern seine Aufgabe mehr als hervorragend erfüllt. Nun ist aber Zeit geworden eine neue Evolution an den Start zu bringen und so haben die italienischen Helmdesigner aus Bergamo den X-803 entwickelt. Vorgestellt wurde er bereits im September beim MotoGP Rennen in Misano bzw. Superbike WM in Portimão.

Nun durften wir ihn im Rahmen des Nolan Presse Events Almeria nicht nur betrachten, sondern 2 Tage auf der Rennstrecke testen. Bereits beim Aufnehmen der Mütze stellt man fest, dass die Helmschale komplett überarbeitet wurde. Sie ist gefühlt etwas höher und nach vorne hin länger geworden. Dies bestätigt sich auch beim Aufsetzten, denn das von vielen als störend empfundene Anstoßen mit dem Kinn oder gar Lippen am Frontteil, gehört der Vergangenheit an. Auch ist das nochmals erweiterte Gesichtsfeld rechts und links sofort wahrzunehmen. Am Einstieg wurde auch gearbeitet, dieser ist etwas enger geworden, sodass man nicht mehr ganz so locker hineinschlüpfen kann. Wer nun Angst bekommt, wie einem die Mütze im Falle des Falles einfach und schnell abgezogen werden kann, darf sich gleich wieder beruhigen, denn der 803er hat ein neues Nolan Emergency Release System – kurz NERS – bei dem die Wangenposter an zwei kleinen roten Riemen einzeln herausgezogen werden können.

Ok – sitzt schon mal sehr gut auf dem Kopf. Rein von der Kopfform her, ist der X-803 seinem Vorgänger gefühlt gleich. Kinnriemen und Verschluss haben sich nicht wirklich groß verändert, allerdings ist die Lasche für den Doppel-D-Ring-Verschluss deutlich länger geworden, sodass nach dem festziehen und einklipsen eine deutlich größere Schlaufe entsteht als früher. Stört wenn überhaupt nur auf Bildern.

Lang ist er geworden, der Doppel-D-Verschluss-Riemen des X-lite X-803

Nun aber raus auf die Strecke damit. X-lite verspricht bei ihrem neuen Flaggschiff, welchen es in sehr ansprechenden Dekors, Race-Replicas und natürlich auch wieder in Ultra Carbon gibt, eine deutlich verbesserte Aerodynamik. Hierzu soll maßgeblich das optimierte Spoilersegment auf der Helmrückseite beitragen. Bisher belächelte ich dieses Teil und ordnete es mehr als Poser-Accessoires ein, doch gerade auf der langen Gegengerade des Circuito De Almeria zuppelte nichts am Kopf. Eher hatte man das Gefühl wie ein Pfeil geführt zu werden.

Toll geführt wird nun auch die Luft in den Helm, war dies doch keine Paradedisziplin des Vorgängers. Nun wird der Kinnbereich angenehm mit frischer Luft versorgt und gleichzeitig der gesamte Kopf bei geöffneten Klappen fein mit frischer Luft abgekühlt. Mehr Lüftung bedeutet gleich mehr Lärm, ist in der Regel die Gleichung. Trifft beim 803er jedoch nicht zu, denn die auch während der Fahrt einfach zu verstellenden Lufteinlässe sind so gut in die Linienführung integriert worden, dass sich kaum Wind an den Kanten verfangen und Lärm erzeugt kann. Würde sogar so weit gehen und behaupten, dass der Neue leiser geworden ist – Klasse! Visier-Mechanik und die Verwendung von Pinlock sind weiterhin auf Top Niveau. Auch bietet X-lite eine 2D-Visier-Version für die Anwendung von Abreisvisieren an.

Beim Innenfutter setzen die Italiener weiterhin auf ihre exklusive „Carbon Fitting“-Technologie. Hier sind Aktivkohlefasern verarbeitet welche ohne weitere Behandlung besonders atmungsaktiv, vollkommen natürlich, bakteriostatisch und antistatisch sind – trägt sich selbst bei starker Schweißbildung sehr angenehm.

Trotz der gefühlt gleichen Passform am Kopf, wurde beim Innenfutter bzw. im Innenaufbau des 803er doch einiges geändert. Denn bei langen Kurven in denen man tief im Hang-Off liegt, zum Kurvenausgang leicht bergauf schauen möchte, wird die Blickführung leicht an der Oberkante beeinträchtigt. Durch geändertes Anzieh- und Festziehverhalten, konnte dies jedoch nahezu komplett gelöst werden. X-lite kann wohl das Obere Innenpolster auch durch ein kleines ersetzten, wodurch sich die Passform nicht ändert, die Blickfreiheit jedoch sichergestellt wird.

Will man die Mütze abnehmen, so geht dies nicht mehr ganz so spielerisch wie bisher, denn der engere Einstieg bzw. die weiter nach unten gezogene Schale umschließt den Kopf mehr, was zur Sicherheit sicher beiträgt aber eben auch leichte Einschränkungen beim An-/Abziehen bringt. Nach einige male auf- und absetzten, hat man den Kniff jedoch raus.

Ob Standard oder das 110 Gramm leichtere Ultra-Carbon – der X-lite X-803 ist in jeder Form ein Hingucker

Insgesamt ist der X-803 ein würdiger Nachfolger, der insbesondere in Punkto Belüftung, Geräusch und Passform punkten kann. Optisch bietet X-lite ihn in unzähligen Varianten an, sodass hier für jeden Geschmack was dabei ist. Ab 459,99 Euro bekommt man einen Premium-Helm für den harten Rennstreckeneinsatz aber auch für gemütliche Runden auf der Landstraße. Wer 70 Euro mehr ausgeben möchte, der kann dadurch 110 Gramm mit der Ultra-Carbon-Variante einsparen und sich einen optischen Leckerbissen aufsetzten.

 

Bilder: Rainer Friedmann ‚Kraftrad‘, Wheelspics

1 Trackback / Pingback

  1. Erfahrungen mit dem X-lite X-803 – Kraftrad-Blog

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.